Amflow PR Carbon im Toffer Review
Patrik SchneiderSplit
Amflow PR Carbon
Vollcarbon, elektronische Schaltung, Avinox-Motor – für unter 4.500 Euro. Ist das real?
4.499 €Das Wichtigste zuerst: der Preis
Wer in den letzten Monaten die E-MTB-Szene verfolgt hat, kennt das Spiel: neue Bikes, neue Rekorde – und neue Preisrekorde nach oben. Umso erfrischender ist das Amflow PR Carbon. Für 4.499 Euro bekommt man ein Bike mit Vollcarbonrahmen, 800-Wh-Akku, Avinox-M2-Motor und – man glaubt es kaum – einer elektronischen Schaltung. Das ist kein Einstiegsrad mit Budgetkomponenten. Das ist ein durchdachtes All-Mountain-Bike für alle, die nicht 10.000 Euro ausgeben wollen oder können.
Rahmen: Vollcarbon ohne Kompromisse
Sowohl Hauptrahmen als auch Hinterbau bestehen aus Carbon – und das sieht man. Die Verarbeitung ist sauber, Spaltmaße passen, Gummiabdeckungen sitzen fest. Besonders beeindruckend: die Akkuentnahme. Ein Blick ins Unterrohr zeigt eine Kabelführung, die manchen teureren Bikes das Schämen beibringt. Es gibt Hersteller, die in deutlich höheren Preissegmenten schlechtere Lösungen bieten.
Geometrie: auf dich angepasst
Was für dieses Preissegment wirklich ungewöhnlich ist: Das Bike lässt sich in zahlreichen Parametern individuell einstellen – und alle nötigen Teile sind direkt im Lieferumfang enthalten.
| Lenkwinkel (Standard) | 64,5° |
| Lenkwinkel-Optionen | 63,5° / 64° / 64,5° / 65° / 65,5° |
| Tretlagerhöhe | 2 Einstellungen (tief / hoch) |
| Kettenstrebenlänge | 4 Einstellmöglichkeiten |
| Laufradgröße | Mullet serienmäßig, auf 29er umrüstbar |
Über 40 mögliche Einstellungskombinationen – für ein Bike unter 4.500 Euro ist das außergewöhnlich.
Akku und Range Extender
Serienmäßig verbaut ist ein entnehmbarer 800-Wh-Akku. Alternativ gibt es einen 600-Wh-Akku, der rund ein Kilogramm leichter ist – und gleichzeitig als Range Extender genutzt werden kann. Kombiniert mit dem 800er ergeben sich dann 1.400 Wh für sehr lange Touren oder krafthungriges Terrain.
Motor: Avinox M2
Der Avinox M2 leistet 1.100 Watt, 110 Nm Standard und 125 Nm im Boost-Modus. Das ist nicht der sportlichere M2S – aber er reicht. Bergauf zeigt der Motor, was er kann, und das erstaunlich leise. Klappern bergab? Kein Thema mehr, das wurde gegenüber dem Vorgänger spürbar verbessert.
Komponenten: das eigentliche Highlight
Auf der Strecke
Das Bike wurde ausgiebig gefahren, unter anderem im Finchgau. Das Fazit: Der Motor reicht mehr als aus, die Bremsen (4-Kolben Tektro Spezialanfertigung, 203-mm-Scheiben mit 2,3 mm) funktionieren zuverlässig und ohne Drama, und die Reifen sind von Haus aus trail-tauglich. Es gibt keinen zwingenden Grund, sofort irgendetwas auszutauschen.
Für wen ist das PR Carbon?
Für alle, die ins E-MTB einsteigen und nicht gleich das Maximum ausgeben wollen. Für Jobbike-Nutzer mit Budgetdeckelung um 5.000 Euro. Für erfahrene Fahrer, die ein alltagstaugliches Zweitbike suchen. Und für alle, die Freude daran haben, ein Bike über die Jahre schrittweise aufzuwerten – Gabel, Dämpfer, Bremsen, Laufräder. Die Basis aus Carbonrahmen, Motor und Akku macht genau das möglich.